Agiles Management im Krankenhaus – ein Hype mit Folgen?

Arbeiten Sie schon agil oder immer noch konservativ? Dann wäre ja Zeit umzudenken, oder? Der neue Hype “Agiles Arbeiten” hat inzwischen Kliniken erreicht. Aber was heißt das eigentlich?

Wenn Krankenhäuser schon in der Vergangenheit nicht agil gearbeitet hätten, wären Sie alleine durch die vielen politischen, gesetzlichen Regelungen und täglichen Probleme schon lange geschlossen worden. Heute fällt die IT aus, morgen steht der Linearbeschleuniger, die Krankenkassen haben wieder etwas gestrichen. Die Kliniken reagieren doch spontan und agil, oder nicht?

Agile Unternehmen handeln proaktiv und antizipativ und versuchen, sich auf die ungewisse Zukunft rechtzeitig vorzubereiten. Zugleich sind sie in der Lage, sofort zu reagieren, wenn sich ein eingeschlagener Weg oder der Plan als falsch erweist. Das agile Handeln setzt voraus, dass die Klinik eine bestimmte und klar definierte Vision verfolgt. Agile Ansätze sind daher nicht mit blindem Aktionismus zu verwechseln. Heute kaufen wir ein neues CT fürs die angeschlossene Klinik und morgen schliessen wir die Klinik:  das ist nicht agil, das ist planlos!

Mit agilem Management ist vor allem die Befähigung der Mitarbeiter verbunden, nach Lösungen zu suchen und diese auch umzusetzen. Nur die meisten Mitarbeiter in einem Krankenhaus wissen nicht, ob sie das dürfen, also halten sich streng an die Vorschrift: “Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste!”

Ein Beispiel: Wer ist eigentlich für die Inbetriebnahme eines Personalcomputers zuständig, wenn der Computer ein Medizinprodukt ist: die IT-Abteilung oder die Medizintechnik?
Alleine eine solche, aus der täglichen Praxis bekannte Frage, kann mehrere Personen in der Klinik über Wochen beschäftigen, ohne dass es zur Problemlösung kommt.

Nun, Agilität erfordert Umdenken bei allen im Krankenhaus. Die Aufgabe der Geschäftsführung ist, einen Rahmen zu definieren, innerhalb dessen sich die Mitarbeiter frei bewegen können. Interdisziplinäre Teams müssen Problemlösungen erarbeiten, Ideen entwickeln und sie mit der Geschäftsführung abstimmen, wenn die Lösungen außerhalb des definierten Entscheidungsrahmens liegen.

Agilität geht auch nicht ohne Change-Management. Gerade Mitarbeiter, die über Jahre “Dienst nach Vorschrift” praktiziert haben, werden nicht plötzlich als Galionsfiguren der agilen Vorgehensweisen einsetzbar. Diese Veränderung braucht sehr viel Zeit und intensiver Begleitung.

Es geht nicht um Ideologie sondern um Ergebnisse und diese wird es nicht geben, wenn alles wie bisher läuft.

Adam Pawelek
projectontime.de

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