Mensch 4.0 Digitalisierung Krankenhaus

Keine Digitalisierung im Krankenhaus ohne Mensch 4.0

Die Digitalisierung im Krankenhaus ist das Top-Thema des Jahres 2018 gewesen und wird sicherlich auch in 2019 bleiben. Aber wie soll sie funktionieren, wenn die Menschen in der Klinik darauf nicht rechtzeitig vorbereitet werden? Change-Management? Fehlanzeige!

Die Behandlung von Patienten ist und wird nur mit hohem Personaleinsatz möglich sein. Auch wenn durch Künstliche Intelligenz (AI), Robotik und Automatisierung der Personalbedarf sinken könnte, ohne Mediziner, Pflegekräfte, Funktionsbereiche und “die Verwaltung” wird auch zukünftig keine Klinik funktioneren können. Genau diese Menschen müssen rechtzeitig, d.h. spätestens JETZT, auf die Zukunft vorbereitet werden. Der “Mensch 4.0” muss in die Klinik!

Wenn wir z.B. die digitale Visite im Blick haben, dann wird meist ausführlich darüber diskutiert, ob besser Laptops oder doch lieber Tablets eingesetzt werden sollen. Ob die Pflege, insbesondere auch die älteren Mitarbeiter, in der Lage sein werden, die oft hochkomplexe Software fehlerfrei zu bedienen, wird meist gar nicht in Frage gestellt. Aber ohne ein grundsätzliches Verständnis für die Funktionsweise, werden wieder wichtige Daten in die “Bemerkungen” eingetragen und können dann durch die hochmoderne Software nicht richtig ausgewertet werden.rDer Einsatz von Heerscharen von Anwendungsberatern löst das Problem nur vordergründig. Denn die Mitarbeiter in der Klinik müssen es noch wollen. Und hier wird es oft eng. “Das war früher aber besser gewesen” ist die typische Reaktion von vielen Mitarbeitern und.. sie haben Recht es so zu sehen! Der Widerstand ist in Veränderungsprozessen durchaus erwünscht, denn er hilft, die wirklichen Hemmnisse zu entdecken. Bei 1200 Mitarbeitern in einer Klinik mittlerer Größe aber eine echte Herausforderung.

Daher ist eine frühzeitige, tiefe Integration von Change-Management in die einzelnen Berufsgruppen in der Klinik von grundlegender Bedeutung. Da die notwendigen Veränderungen in den Abläufen jeden Einzelnen persönlich betreffen, muss zwingend die Devise “nichts über uns ohne uns” gelten. Wie soll dies in der Praxis funktionieren?

Wie bei einem typischen Projekt sollte zunächst eine Change-Management-Konzeption für eine Klinik erarbeitet werden, nicht am grünen Tisch durch einen externen Berater, sondern als Teamarbeit “der Betroffenen”. Die Moderation kann und sollte ein erfahrener externer Coach übernehmen, bis die Projektgruppe in der Lage ist, ohne externe Unterstützung zu agieren. Dann sollte ein entsprechendes “Projektmarketing” stattfinden, damit die vielen Mitarbeiter auf dem Laufenden gehalten werden. Die Installation von “Change-Agents” auf den Stationen und in den Funktionsbereichen bildet die nächste Stufe.

Die Digitalisierung in der Klinik ist vom “Mensch 4.0” komplett abhängig. Wer dies nicht verstanden hat, wird auf dem Weg zum “Krankenhaus der Zukunft” früher oder später eine Bruchlandung erleben.

Adam Pawelek
projectontime.de

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