Mehr Sicherheit im Krankenhaus der Zukunft zwingend notwendig

Kliniken haben gegenüber Ihren Patienten eine besondere Fürsorgepflicht. Dennoch gehören Diebstahl von Patienten- und Klinikeigentum und Sachbeschädigung zum täglichen Klinikleben dazu. Aber muss dies auch so sein? Ein Blick über den Tellerrand hinaus hilft, geeignete Maßnahmen zu treffen. Die brasilianischen Krankenhäuser zeigen, wie es geht.

Die brasilianischen Großstädte wie Sao Paulo oder Rio de Janeiro gehören zu den gefährlichsten Städten der Welt. Wie gehen damit die Kliniken um? Gibt es dort einige Ansätze, die auch in den deutschen “Krankenhäusern der Zukunft” umsetzbar wären, um die Sicherheit der Patienten zu erhöhen?

Die meisten deutschen Krankenhäuser verfolgen die Maxime: “Jeder der will, kann bei uns jederzeit raus und rein.” Dies gilt dann automatisch auch für Diebe, die mit etwas Ortskenntnis nicht nur Wertsachen aus den Patientenzimmern, aber auch teure Medizintechnik (z.B. Endoskope) ohne jegliche Störung entwenden können. Denn die Kliniken wissen nicht, wer sich gerade im Haus befindet und warum. Der Bundesverband Sicherheitstechnik e.V. (BHE) empfiehlt in einer eigens für Kliniken entwickelten Broschüre diverse Schutzmaßnahmen.[1] Die brasilianischen Kliniken gehen dort einen Schritt weiter und sagen “Wir wissen jederzeit, wer sich in unserem Haus befindet!” Selbstverständlich sind die Sicherheitsanforderungen dort aufgrund der allgemeinen Sicherheitslage höher. Dennoch wäre zu überlegen, ob der Zutritt für Besucher ohne jegliche Registrierung, oft zu jeder Tages- und Nachtzeit, auch bei Mehrbettzimmern nicht als falsch verstandener Servicegedanke zu sehen ist. Wie oft erleben wir in den kleinen Mehrbettzimmern ganztägige Besuche von mehreren Personen, die nicht nur für den Besuchten aber auch für die “Mitbewohner” des Zimmers als besondere Herausforderung zu meistern sind.

In der brasilianischen Kliniken werden Besucher ausnahmslos beim Betreten und Verlassen des Gebäudes registriert. So müssen sich alle Besucher nach dem Betreten der Klinik an der Rezeption melden und den Personalausweis oder den Pass zur Erfassung der Daten vorlegen. Oftmals werden sie zusätzlich mit einer kleinen Webcam fotografiert.

Foto: Rezeption Unimed-Hospital, Rio de Janeiro
(C) Adam Pawelek

Die Besucher erhalten einen Besucherweis, der sichtbar und dauerhaft zu tragen ist.

Foto: Besucherausweis, Hospital Sirio-Libanes, Sao Paulo
(C) Adam Pawelek

Mit dem Besucherausweis kann das Krankenhaus dann betreten und verlassen werden.

Foto: Eingangs- und Ausgangsbereich, Hospital Sirio-Libanes, Sao Paulo
(C) Adam Pawelek

Für die einzelnen Stationen / Bereiche werden darüber hinaus oft die Anzahl der gleichzeitigen Besucher pro Patient und die Uhrzeiten geregelt. Die Patienten erhalten bei der Aufnahme sofort ein Patientenarmband und die Mitarbeiter tragen Mitarbeiterausweise. Damit ist jede Person im Klinikgebäude jederzeit identifiziebar. Die einzelnen Bereiche (Flure, Eingangsbereiche etc.) werden zusätzlich durch Videomonitoring geschützt.

Sicherlich würde die Einführung von solchen Maßnahmen in Deutschland einer Revolution gleichen. Falsch wäre es trotzdem nicht.

Adam Pawelek
projectontime.de

Quellen:

[1] https://www.bhe.de/de/Mehr-Sicherheit-fuer-Krankenhaeuser
Fotos: Adam Pawelek, alle Rechte vorbehalten.

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