Verraten und verkauft? Wenn Mitarbeiter das Schiff verlassen…

Die Kliniken stehen vor großen Herausforderungen, wenn es um die Besetzung offener Stellen geht. Das Fachpersonal ist rar und kann sich den Arbeitgeber auswählen. Da spielt die Frage der Anwerbung von ehemaligen Mitarbeitern eine zunehmend wichtige Rolle. Leider werden immer noch Mitarbeiter, die das Unternehmen verlassen haben, als “Verräter” angesehen.

Es stellt sich zunächst die Frage, aus welchem Grund Mitarbeiter ein Unternehmen verlassen. In den wenigsten Fällen “verkaufen sie sich” an einen anderen Arbeitgeber, nur weil sie mehr Geld verdienen oder “etwas Neues im Leben” tun wollen.

Bernd Geropp stellt in seinem Artikel “Mitarbeiterführung – Die 10 schlimmsten Fehler, die Ihnen nicht unterlaufen sollten!” sehr anschaulich die tatsächlichen Gründe für viele Kündigungen durch Mitarbeiter vor und zählt auf:

  1. Sich vor Entscheidungen zu drücken.
  2. Unverbindlich sein.
  3. Nicht zuhören.
  4. Mikromanagen.
  5. Sich für etwas Besseres halten.
  6. Sich unfair und ungerecht verhalten.
  7. Nicht zu seinem Wort stehen.
  8. Nur Zahlen, Daten, Fakten vertrauen.
  9. Null Fehler fordern und selbst keine Fehler zugeben.
  10. Mitarbeiter nicht bei deren Weiterentwicklung helfen.

Diese kurze, aber einprägsame Liste, könnte sehr gut als “Checkliste” für den eigenen Führungsstil eingesetzt werden.

 

In Zeiten der zunehmenden Vernetzung ist die Chance, dass man sich doch mehr als zweimal im Leben begegnet, immer größer.

Mitarbeiter, die sich entscheiden, eine neue Herausforderung anzunehmen, zeigen vielmehr ihre Stärke, auch schwierige Entscheidungen mit höheren Risiken treffen zu können. Die Herausforderung der Zukunft an das Management ist es, dafür zu sorgen, dass man die vorhandene Kompetenz und oft langjährige Erfahrung der Mitarbeiter nicht verliert. Denn neue Mitarbeiter, soweit man sie überhaupt findet, müssen zunächst mühsam eingearbeitet werden, was wiederum die Kollegen zusätzlich belastet. Eigentlich logisch, aber doch leider selten.

Und wenn es doch dazu kommt, dass ein Mitarbeiter das Unternehmen verläßt, sollte die erste Pflicht des Managements sein, die wahren Gründe hierfür zu untersuchen, um zumindest zukünftig die gleichen Fehler zu vermeiden. Vielmehr sind Kündigungen durch Mitarbeiter als ein “Warnschuss” zu verstehen, dass etwas nicht stimmt. Wird dagegen der/die  ausgeschiedene Mitarbeiter/-in “schlecht gemacht”, sinkt nicht nur die Chance auf mögliche zukünftige Wiedereinstellung, sondern es zeugt nur einfach vom schlechten Stil des Vorgesetzten. Negative Bewertungen des Unternehmens in Arbeitgeber-Bewertungsportalen, wie z.B. kununu, können die schon heute schwierige Suche nach Personal noch weiter erschweren.

 

Adam Pawelek
projectontime.de

 

 

 

 

 

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