Wie fährt man eine Einkaufsgemeinschaft effektiv vor die Wand?

Einkaufsgemeinschaften sind sehr widerstandsfähig. Sie vor die Wand zu fahren benötigt Wissen und Können. Aber es geht…

Oftmals wird behauptet, dass es zu viele Einkaufsgemeinschaften gibt. Aufgrund deren Strukturen ist es aber gar nicht so einfach, eine Einkaufsgemeinschaft vor die Wand zu fahren. Hierzu sollte man als Geschäftsführer/in einige Tipps und Tricks anwenden, um dies auch effektiv zu schaffen. Einige davon finden Sie in diesem Blogbeitrag.

1. Schaffen Sie eine unklare Strategie
Es darf den Kunden auf keinen Fall klar sein, wofür die Einkaufsgemeinschaft steht und was deren Alleinstellungsmerkmale (USP) sind. Hat die Einkaufsgemeinschaft in der Vergangenheit irgendwelche USP´s entwickelt, müssen diese unverzüglich vernichtet werden. Alles was die Einkaufsgemeinschaft vom Wettbewerb unterscheidet muss einfach weg.

2. Unklare Strukturen und Zuständigkeiten
Wenn die Strukturen und Zuständigkeiten der Mitarbeiter kontinuierlich verändert werden, führt dies sicher zum Kompetenzgerangel und verwirrt die Kunden. Irgendwann mal rufen die Kunden nicht mehr an und dies entlastet die Mitarbeiter.

3. Demotivieren Sie die Mitarbeiter
Die Demotivation der Mitarbeiter ist extrem wichtig. Am besten werden sie gar nicht beachtet. Verbreiten Sie die Information “alle sind ersetzbar” und handeln auch so. Besetzen Sie jede freie Stelle erst nach Monaten und dann mit Praktikanten und Werksstudenten und wechseln sie deren Zuständigkeiten. Nur so halten Sie die Mitarbeiter effektiv ahnungslos und die Kunden verwirrt. Informieren Sie die Mitarbeiter nur, wenn es sich nicht mehr vermeiden lässt (d.h. wenn sie schon alles von den Lieferanten erfahren haben).

4. Machen Sie sich rar
Konzentrieren Sie alle Entscheidungen auf sich (niemand darf etwas selbst) und erscheinen nur selten im Büro. Wer nicht da ist, muss auch nichts entscheiden. So lassen sich wichtige Prozesse über Monate hinauszögern. Außerdem ist es lustig, wenn leitende Angestellte verwirrt über die Flure laufen und versuchen (leider) den Laden am Laufen zu halten. Nutzen Sie die Zeit und besuchen Ihre Lieferanten, ohne dass sie etwas konkretes vereinbaren. So schauen Sie sich viele spannende Sachen an (z.B. Werke) und sind nur mit netten Menschen umgeben.

5. Entsorgen Sie langjährige Fachkräfte
Langjährige, erfahrene Mitarbeiter (ggf. in Leitungspositionen) können den Zerstörungsprozess über Monate hinauszögern. Sie sind nervig, weil sie ständig etwas verändern wollen. Diese Mitarbeiter zu kündigen ist aber einfach zu teuer. Folglich müssen sie besonders effektiv demotiviert werden, da sie offensichtlich den Job bisher gerne gemacht haben. Sie dürfen ab sofort in keine Entscheidungen der/des Geschäftsführers/-in einbezogen werden und müssen sich bei jeglichen Rückfragen beim/bei der Geschäftsführer/-in Termine mit mehrwöchigem Vorlauf besorgen. Wenn sie endlich kündigen, gehen Sie nicht zu Verabschiedungsfeiern und erzählen sie überall, dass die Mitarbeiter “leider aus gesundheitlichen Gründen” gehen oder “selbst gemerkt haben, dass diese Aufgabe sie überfordert hat” oder einfach “eine neue Herausforderung gesucht haben.” So sichern Sie ab, dass sie nicht wiederkommen.

6. Verhandeln sie selbst
Diese Aufgabe muss strategisch aufgebaut werden. Zunächst müssen “Arbeitsgruppen” geschaffen werden (am besten mit Kundenvertretern), die gemeinsamen mit Ihnen die Verhandlungen führen sollen. Gleichzeitig müssen Sie dafür sorgen, dass die Daten für die Verhandlungen möglichst falsch sind. Lassen Sie die Arbeitsgruppe mit den falschen Daten mit Lieferanten verhandeln, ohne dass Sie dabei sind. Sie vereinbaren dann mit den wichtigsten Lieferanten Termine zum Abendessen und verhandeln dann “richtig”. So lassen Sie die Arbeitsgruppen als Idiotenhaufen aussehen und sich selbst als den “King”. Sie dürfen aber Ihre eigenen Verhandlungsergebnisse auf keinen Fall schriftlich festhalten, sonst funktioniert die Methode 2 (Unklare Strukturen und Zuständigkeiten) nicht. Wenn Sie doch irgenwelche Verhandlungsergebnisse den Kunden präsentieren müssen, dass machen Sie sie so kompliziert, dass kein Kunde sie versteht. Das erschwert dem Kunden auch den Preisvergleich, wenn er die Einkaufsgemeinschaft frühzeitig wechseln sollte.

7. Vereinfachen Sie das Marketing
Lassen Sie eine Webseite bauen und aktualisieren Sie sie nie. Uralte Webseiten haben ihren Charm und zeugen von Beständigkeit. Prospekte, Newsletter & Co. liest sowieso niemand. Bei dieser Gelegenheit erschweren Sie die Akquise, weil niemand irgendetwas nachlesen kann.

8. Beschäftigen Sie Ihr Aufsichtsgremium
Versorgen Sie Ihr Aufsichtsgremium mit kühnen Zukunftsideen und komplexen Konzepten. Es spielt keine Rolle, dass Sie keine Mitarbeiter (mehr) haben, um diese Konzepte umzusetzen. Es geht ja nur darum, dass das Aufsichtsgremium so beschäftigt wird, dass es keine Zeit (und Lust) hat, nachzusehen, was sie eigentlich so täglich treiben.

Sicherlich gibt es noch weitere effektive Methoden, aber dies soll ja nur ein Anreiz sein…

Adam Pawelek
projectontime.de

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