Manchmal braucht es keinen Millionenfehler, um ein komplexes System aus dem Takt zu bringen. Manchmal reicht ein Briefumschlag.
Ein aktueller Fall aus Berlin liefert dafür ein bemerkenswertes Beispiel. Wie RTL berichtet (1), fehlten der Staatsanwaltschaft spezielle gelbe Umschläge für förmliche Zustellungen. Die Konsequenz klingt zunächst absurd: Ladungen zum Strafantritt konnten zeitweise nicht verschickt werden und rechtskräftig Verurteilte traten ihre Haftstrafe deshalb später an. Dabei waren die Umschläge weder technisch komplex noch besonders teuer. Sie waren schlicht nicht verfügbar. Und genau darin liegt eine interessante Parallele zum Krankenhauseinkauf.
Kategorie-Archiv: Beschaffung
Warum ein Rechtsanwalt allein keinen guten EVB-IT-Vertrag erstellen kann?
Ein Vertrag entsteht aus dem Sachverhalt. Nicht aus der Konserve.
Dieser Gedanke beschreibt sehr präzise, worauf es bei guter Vertragsgestaltung ankommt. Ein Vertrag soll nicht nur juristisch korrekt sein. Er muss das tatsächliche Geschäft abbilden und erkennen lassen, welche Leistung erbracht werden soll, wer welche Verantwortung übernimmt, wie Risiken verteilt werden und welche wirtschaftlichen Ziele die Beteiligten verfolgen.
Gerade bei komplexen IT-Projekten reicht juristische Expertise allein deshalb nicht aus.Weiterlesen
Verhandeln im öffentlichen Vergabeverfahren: Strategie und Taktik unter besonderen Spielregeln
„Ausschreibung? Dann kann man sowieso nichts machen!“
„Ich muss nur mit dem Preis runtergehen, dann haben wir den Auftrag!“
Das sind zwei Trugschlüsse, die oft einen Auftrag kosten.
Mit richtiger Strategie öffentliche Aufträge gewinnen
Öffentliche Vergabeverfahren bieten Unternehmen attraktive Chancen: planbare Aufträge, seriöse Auftraggeber und oft langfristige Geschäftsbeziehungen. Gleichzeitig sind sie anspruchsvoll. Wer sich ohne klare Strategie und Taktik beteiligt, investiert schnell viel Zeit in Angebote, die kaum realistische Erfolgsaussichten haben.
Eine erfolgreiche Teilnahme beginnt deshalb nicht erst mit dem Ausfüllen der Vergabeunterlagen. Sie beginnt deutlich früher…Weiterlesen
Fachplanung Medizintechnik: Warum gute Planung nicht am Schreibtisch entsteht
Die Fachplanung der Medizintechnik gehört zu den anspruchsvollsten Disziplinen im Gesundheitsbau. Sie verbindet medizinische Prozesse, technische Anforderungen, bauliche Rahmenbedingungen und wirtschaftliche Aspekte zu einem funktionierenden Gesamtsystem. Dennoch wird ihre Bedeutung häufig unterschätzt. Zu oft basieren Projekte auf Standardlisten, alten Leistungsverzeichnissen oder vermeintlich bewährten Vorlagen. Die Folgen sind Fehlbeschaffungen, unnötige Kosten und Einschränkungen im späteren Betrieb.
WeiterlesenRollenwechsel im Krankenhauseinkauf: Der Einkäufer als Dirigent von KI-Systemen
Der Einkauf im Krankenhaus befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Der Klinikeinkauf entwickelt sich in den kommenden zwei bis drei Jahren stärker den je zu einer strategischen Steuerungsrolle. Einkäufer werden zu Dirigenten eines komplexen Orchesters aus autonomen KI-Assistenten, Datenquellen und digitalen Entscheidungshelfern. Nicht die einzelne Bestellung steht im Mittelpunkt, sondern die Orchestrierung intelligenter Systeme entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Der Auslöser dieses Wandels ist nicht allein die Digitalisierung, sondern der zunehmende Einsatz autonomer KI-Systeme, die große Teile der bisherigen Einkaufsarbeit eigenständig übernehmen können.Weiterlesen
KI im Krankenhauseinkauf: Die größten Bedenken – und wie man ihnen strategisch begegnet
Die aktuellen Ergebnisse einer kleinen Umfrage von Zukunft Krankenhauseinkauf mit der Fragestellung: „Welche Risiken oder Bedenken haben Sie beim Einsatz von KI?“ zeigen deutlich, welche Themen die Verantwortlichen im Gesundheitswesen am meisten beschäftigen. Besonders auffällig ist die Verteilung der Stimmen: Während Datenschutz mit 40 Prozent der Antworten weiterhin ein dominierendes Thema bleibt, liegen Fehlentscheidungen durch KI mit 47 Prozent sogar noch darüber. Diese beiden Aspekte verdeutlichen, wie stark der Wunsch nach Sicherheit, Nachvollziehbarkeit und Kontrolle den Diskurs prägt, wenn KI-Lösungen in komplexe Beschaffungsprozesse integriert werden sollen.Weiterlesen
Einkaufsgemeinschaften: BayObLG setzt klare Grenzen für die Auslegungsspielräume öffentlicher Auftraggeber
Die Entscheidung des BayObLG (Beschluss vom 07.05.2025 – Verg 8/24 e) betrifft einen hochaktuellen Streit zwischen zwei konkurrierenden Einkaufsgemeinschaften im Gesundheitswesen um die Vergabe von Beschaffungsdienstleistungen durch ein Klinikum. Die Entscheidung beleuchtet grundlegende Prinzipien wie den Beurteilungsspielraum, das Transparenzgebot und die ordnungsgemäße Dokumentation von Wertungsentscheidungen – mit weitreichenden Folgen für die Praxis öffentlicher Beschaffung im Gesundheitssektor, insbesondere bei Ausschreibungen mit hohem Qualitätsanteil und großem Ermessensspielraum. Schulungen, z.B. zur strukturierten Konzeptbewertung, sind dabei keine Kür, sondern Pflicht.Weiterlesen
Hohes Risiko bei Verzögerungen durch Nachprüfungsverfahren bei KHVVG-Projekten
Das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) bringt tiefgreifende Veränderungen in der deutschen Krankenhauslandschaft mit sich. Im Rahmen der Umsetzung des KHVVG kommt es jedoch zu Herausforderungen, auch im Bereich der öffentlichen Auftragsvergabe. Denn vergaberechtliche Nachprüfungsverfahren können jede Planung ins Wanken bringen.Weiterlesen
KHTVF-/KHVVG-Förderanträge: Wie Künstliche Intelligenz den Prozess revolutioniert
Die Beantragung von Fördermitteln im Gesundheitswesen ist oft ein komplexer und zeitintensiver Prozess. Mit dem Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) stehen Krankenhäusern umfangreiche neue Fördermöglichkeiten zur Verfügung. Doch die Erstellung der entsprechenden Anträge stellt viele Einrichtungen vor Herausforderungen. Hier kann der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) den Prozess erheblich vereinfachen und beschleunigen.Weiterlesen









